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Die Täuschung

Die Täuschung Es ist nur das eine unsagbare. Durch das Erkennen entstehen zunächst zwei, der Zeuge und das Leben. Man ist aber im Grunde, weder das eine noch das andere, weder Sohn oder Heiliger Geist. Die erste Täuschung ist, dass der Zeuge als getrennt erlebt wird als ein Individuum. Jedes Individuum bezeugt dann seine eigene Welt. An sich ist kein Konflikt möglich, aber durch die Illusion von Erscheinungen, die an sich gelten, entsteht eine enorme Vielheit. All Leben ist nur ein Vergessen der Wahrheit, wodurch sich ein unendliches Potential bietet. Gott malt sich aus wie es wäre, wenn er nicht eins sondern zwei und damit einer in allem wäre. Dieses alles gibt es in  Wahrheit nicht, wie die Welle ohne den Ozean nicht da wäre. Der Mensch, der seine Sicht hat, blickt durch einen Strohhalm auf das Leben. Wenn er diesen weg wirft, sieht er das ganze Panorama, erkennend, doch ohne einen Erkennenden oder etwas Erkanntes. Das ist der höchste und dabei der natürliche Zustand. Das Seeleng...

Ruhe

 Glaubst du an Gott? Wenn ja, wo findest du dich? In Gott oder entfernt von ihm? Was dir als Gottferne vorkommt, ist der Berg des Eigensinns. Wenn aber dein Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann wird er diesen Berg aus seinen Angeln heben und ins Meer werfen. Vertrauen auf Gott ebnet dir den Weg, der dich immer weniger werden lässt, bis du dein Wesen im Erkennen selbst findest. Nichts trennt dich von der Wahrheit, doch dieses nichts ist dir Punkt und Kreis, ich und Welt, eine Zweiheit, die du in Finsternis erschaffst. Die erlebte Trennung von Gott ist hausgemacht und eine Illusion. Er ist zeitlos, grundlegend und eigenschaftslos. Du bist es, der ihm in den Erscheinungen Namen gibt, die die Wahrheit bedecken, wie ein Scheffel das Licht. Erkennst du die Nichtigkeit aller Kreatur und allen Strebens, wirst du still. In dieser Ruhe liegt alle Kraft und Führung zum gottgemäßen Leben.

Das Ding

  Gehen wir den Dingen auf den Grund mit der Frage, was ist allen Dingen gemein? Die gedanklichen, gemüthaften, seelischen oder materiellen Dinge werden alle wahrgenommen. Daraus ergibt sie die Notwendigkeit eines abgeschiedenen Zeugen. Während dieser dauerhaft da ist, sind alle Dinge vergänglich. Warum sind sie das? Weil sie sich dauernd verändern. Das Leben der Dinge ist der stete Wandel und nur das Gedächtnis erweckt in uns den Eindruck von Dauer. Ein Menschenleben erscheint uns wirklich, da es 80 Jahre dauert. Im Zeitraffer betrachtet dauert es einen Tag und erschiene uns vielleicht noch als ein Traum, aber wenn es nur eine Sekunde dauerte, wer wäre bereit zu glauben, dass es überhaupt stattgefunden hat. Aus der Perspektive des zeitlosen Zeugen vergeht nun gar keine Zeit, was bleibt noch von dem Leben. Es ist eine Täuschung, so wie alle Dinge und Sinnesobjekte; da ist nichts was sich verändert. Wir sehen in den Dingen reine Veränderung, die nur durch die Erinnerun...

Der Nerd

 Stell dir Gott als den ultimativen Nerd vor. Er geht nicht aus dem Haus, er trinkt nicht, isst nicht, lebt nicht und stirbt nicht. Er hat den leistungsstärksten Rechner, den es gibt. Er berechnet die Möglichkeiten, ohne Zeit dafür zu benötigen. Der Rechner erschafft Zeit und Raum. Unser Nerd spielt alle Personen des games nur selbst. Er macht nichts er will nur spielen. Die errechneten Welten sind perfekt, daher kommt es vor, dass der Nerd im Spiel zu vergessen scheint, daß es nur ein Spiel ist. Aber eigentlich ist die Perfektion nur so groß, dass die erzählten Geschichten, durch die Illusion von Zeit und Raum, echt zu sein scheinen. Es ist kein Fehler zu finden, das ist die Realität. Dann wird aus Spass Ernst und plötzlich gibt es so viel zu tun. Der Bösewicht plant den nächsten Coup, der fromme Mönch betet einen Rosenkranz, bis der Eigensinn schwindet und nur der Nerd da ist, der sein Spiel liebt. Keiner kann es besser spielen du, wenn du erkennst, dass du der Nerd bist.

Sünder

 Jesus hat die Sünder zu sich gerufen, denn er wusste, dass solche, die der Sünden Widerhall  erleiden, empfänglicher sind für die frohe Botschaft als die  Menschen, die stets die Früchte ihrer guten Taten ernten. Ist einem das Leben recht vergällt, ist es einfach leichter es zu lassen, als wenn es einem immer noch gefällt.  Doch jeder Mensch, der umkehrt und einsieht, dass er nur Zeuge ist, legt alles in Gottes Hand, ist frei und in Wonne. Egal wie gut oder wie böse der Mensch ist, wenn er den Weg nach innen beschreitet, wird seine Liebe bedingungslos. Er landet im Reich Gottes, in dem nichts unterschieden wird. Was ist ein Menschenleben in der Zeitlosigkeit, in der alle Zeiten und Räume sind? Unbedeutend, doch es bietet Gelegenheit, das Spiel des Lebens zu begreifen, in dem du erkennst dass du auf immer Weg, Leben und Wahrheit bist.

Illusion

  Gott unterscheidet nicht, da er allein ist. Wenn du nun in mein und nicht mein trennst, was zeitlos nur eins ist, erschafft du, was nicht da ist, dir wohl aber so zu sein scheint. Es ist deine Realität der Trennung, der Entzweiung des einen, das von nichts weiß als sich selbst. Wenn du durch das Bekräftigen des “nicht mein” das alte “mein” von Erscheinungen nach und nach lässt, wird die Trennung als Traum entlarvt. Wenn dann gar kein “mein” mehr bleibt, verschwindet auch das “nicht mein”, es bleibt nur das, was ist.

Abgeschiedenheit

 Ein Wort bei Eckhart ist die Abgeschiedenheit, in der nur Gott allein Platz hat. Wenn Mensch sich gelassen hat, ist in dieser Abgeschiedenheit Gott allein. Kein Geschaffenes hat mehr Platz, da in allem nur Gott erkannt wird. In der Liebe erkennen wir in allem den Namen Gottes, in der Abgeschiedenheit ist Gott selbst All-ein. Daher ist es auf dem Weg zur Abgeschiedenheit, der im göttlichen Gedanken von Raum und Zeit erscheint, möglich den Fortschritt daran zu messen, wieviel Veränderung noch geschieht. Wo du noch Wandel siehst, hast du noch nicht genug gelassen. Erst wenn das, was ist, All-ein ist, bist du abgeschieden und siehst mit dem Herzen nur die Essenz. Das heißt nicht, dass sich Welt, Form oder Person dadurch ändern. Alles geht weiter seinen vorbestimmten Gang. Doch in der Abgeschiedenheit ist Glückseligkeit. Wer wird noch nach dem Mondlicht (irdischen Freuden) heischen, wenn die Sonne (Christus) scheint. In der Abgeschiedenheit ist Wonne und Frieden und leuch...